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Kathedrale Sedlec

KIRCHE MARIÄ HIMMELFAHRT

Geschichtliches

Die Kathedrale der Mariä Himmelfahrt und des Hl. Johannes des Täufers ist gewissermaßen eine verborgene Perle, die im Schatten anderer Wahrzeichen der Stadt Kutná Hora steht. Bei diesem seltenen und zugleich einzigartigen UNESCO-Denkmal handelt es sich eigentlich um eine Konventkirche der ehemaligen ältesten Zisterzienserabtei auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik. Die ursprünglich gotische Kathedrale steht an Stelle einer romanischen Kirche, welche irgendwann nach dem Jahr 1142 errichtet wurde. Gerade aus diesem Jahr stammt auch die Gründungsurkunde des Zisterzienserklosters. Das Kloster erlangte Reichtum, nachdem einer der Sedlec-Mönche auf dem Klostergelände Silber auf eine Silberader stieß. Dank dieses Reichtums aus Pachtverträgen des Geländes, auf dem sich Silberminen befanden, gelang es während der Jahre 1290 und 1320 eine dreischiffige gotischen Kathedrale mit Querschiff und Chor, flankiert von einer Galerie sowie einem Kapellenkranz zu errichten. Sie war viele Jahrhunderte lang der größte sakrale Bau auf dem Gebiet Böhmens und Mährens. Im Jahr 1421 wurden das hiesige Zisterzienserkloster mitsamt der Zisterzienserkirche von der Hussitenarmee niedergebrannt.

Die Ruinen blieben nahezu 300 Jahre lang unverändert liegen. Trotz des beklagenswerten Zustands wirkte das Gebäude dermaßen monumental, dass der böhmische Schriftsteller Bohuslav Balbín sie im Jahr 1681 als SPLENDISSIMA BASILICA (die prächtigste Basilika) bezeichnete. Zur Zeit des Umbruches vom 17. hin zum 18. Jahrhundert hatte der damalige Abt Jindřich Snopek ausreichend Kraft sowie Mittel angesammelt, um die beschädigte Kathedrale zu reparieren. Um das Gebäude umbauen zu lassen, lud er zeitgenössische renommierte Künstler ein, jedoch auch den damals noch unbekannten, beginnenden Architekten Johann Blasius Santini Aichel, welcher den Auftrag von Abt Snopek vollends beachtete, den ursprünglichen gotischen Charakter dieser Kathedrale zu bewahren und sie mit Elementen des zur damaligen Zeit modernen Barocks zu vereinen. Dank der Verbindung dieser scheinbar unvereinbaren Stilrichtungen schuf Santini eine harmonische Einheit, so dass ein neuer, unverwechselbarer Baustil entstand – nämlich die Barockgotik. In der Kathedrale machte sich Santinis Erfindungsreichtum, sein Talent mitsamt der grenzenlosen Fantasie zum ersten Mal vollends bemerkbar. Außerdem bediente er sich zum ersten Mal der Prinzipien, die er bei anderen, später errichteten Gebäuden, weiter entfaltete. Im Jahr 1783 ist das Kloster in Sedlec aufgelöst und sein Eigentum mitsamt weitreichender Grundstücke öffentlich versteigert worden. Die Kathedrale wurde fortan als Mehllager genutzt, wobei im Jahr 1812 in den Klostergebäuden eine Tabakfabrik gegründet wurde, die sich auch heute noch hier befindet. Die Kathedrale wurde im Jahr 1801 wieder zur kirchlichen Nutzung überreicht. Während des 20. Jahrhunderts erlebte die Kathedrale einen allmählichen Verfall, jedoch im Jahr 1995 nahm man sie in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes auf, rekonstruierte sie sodann und im Jahr 2009 war sie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Derzeit handelt es sich um eine funktionale Pfarrkirche der römisch- katholischen Pfarrei Kutná Hora – Sedlec.